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Tonto National MonumentLower Cliff Dwelling
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Tonto National Monument
park information - German
BESCHREIBUNG DER FELSENWOHNUNGEN IM TONTO NATIONAL MONUMENT VON ARIZONA

Das Tonto National Monument wurde bereits 1907 errichtet, erfuhr jedoch bis 1930 wenig Beachtung. Betraechtlicher Vandalismus und gedankenlose Zerstoerung des vorgeschichtlichen Materials und der Strukturen fand in den 20er Jahren statt.

Viele vorgeschichtliche Indianerruinen mussten in den letzten Jahren geschlossen werden, damit diese hoechst empfindlichen Bauwerke dem Besucher erhalten bleiben koennen. Besucher werden daher dringendst gebeten, dem unteren Bereich der Ruinen fernzubleiben, Klettern und Laufen zu unterlassen und die Felsenwohnungen nicht zu betreten, um diese noch viele Jahre zur Besichtigung offenhalten zu koennen.

WIE BENUTZE ICH DIESEN FUEHRER?

Entlang des Pfades und in den Ruinen befinden sich numerierte Schilder, die auf besonders interessante Aspekte hinweisen. Entsprechend numerierte Abschnitte in dieser Beschreibung geben erklaerende Hinweise.

DER TONTO PFAD

Hohe Temperaturen in Sommer, harte Winterfroeste, Fruehjahrsstuerme und starke Regenfaelle treffen hier zusammen und machen die Wueste zu einem Ort der Extreme. Man findet hier eine Menge von Varianten in der Beschaffenheit des kargen Wuestenbodens: Da ist zum Beispiel die obere Sonora Wueste mit ihren Riesenkakteen und einem bemerkenswert unterschiedlichen Pflanzenleben.

Vor 700 Jahren kamen indianische Farmer, die man heute die Salado nennt, und passten ihre Lebensart dieser Landschaft an. Sie lebten in Doerfern, deren Behausungen mit dicken kuehlenden Mauern versehen waren, bewaesserten den Boden und bauten Mais, Kuerbis, Bohnen, Baumwolle und Viehweiden an und machten ansehnliche Toepferarbeiten sowie Baumwolltextilien. Mit anderen Worten, die Salado Indianer waren erfolgreiche Bauern und Jaeger und wussten sehr gut, wie man die Wildnis der Wueste nutzen konnte.

Nachdem Sie die halbe Meile des kurvenreichen Pfades zu den unteren Ruinen zurueckgelegt haben, werden Sie viele heimische Pflanzen vorfinden, die vor vielen Jahrhunderten fuer die Salados ueber lange Zeit hinweg von grossem Nutzen waren. Vielleicht treffen Sie sogar auf einige Vogelarten und wilde Tierre der Wueste, die waehrend des Tages zum Vorschein kommen.

Nehmen Sie sich vor allem Zeit, die duftende, trockene Luft der Wueste zu atmen und erfreuen Sie sich an der stillen Einoede. Fuehlen Sie sich nicht verpflichtet, diese Beschreibung zu lesen; sie soll einfach nur ein Hinweis sein fuer Dinge, denen Sie begegnen. Wir hoffen jedoch, dass Sie viel mehr sehen und fuehlen koennen, als wir beschreiben koennen.

1- DER BABY SAGUARO (sah-WAR-oh). Dieser kleine weissflaumige Kaktus, der aus einem winzigen Samen etwa 1960 herausgesprossen ist, wird in etwa 100 Jahren wie einer der Kaktusgiganten aussehen. Junge Kakteen sind sehr empfindlich und brauchen eine “Gouvernante” wie diesen Mesquite Baum, der sie vor der grellen Sonne schuetzt.

2- SAGUARO SKELETT. Die Salado Indianer verwandten die hoelzernen Rippen des Saguaro Skeletts fuer Daecher und moderne Werkzeuge, wie zum Beispiel die Zeichnungen ueber Ihnen zeigen. Ausserdem eignete sich das Saguaro Gerippe auch gut als Feuerholz und war sehr nuetzlich in Gegenden, wo es nur wenig uebriges Feuerholz gab.

3- MESQUITE (Mes-kiet). Schoten und Bohnen des Mesquite Baumes sind nahrhaft und suess und noch heute ein sehr wichtiger Bestandteil der Nahrung der Indianer, die in der Wueste leben. Schoten werden gemahlen und zu Mehl verarbeitet, aus dem kleine Brotlaibe geformt werden. Gegoren ergibt das gleiche Mehl ein alkoholisches Getraenk. Aus dem suessen Saft des Baumes kann man ausserdem Bonbons, schwarze Farbe oder sogar Klebestoff fuer zerbrochene Toepferarbeiten gewinnen.

Der Mesquite Baum hat sich waehrend des vergangenen Jahrhunderts auf weite Gebiete ausgedehnt, Gebiete, die einst Steppe waren. Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts haben grasende Viehherden den groessten Teil des Steppengrases ausgemerzt und vielen waldartigen Pflanzen wie beispielsweise dem Mesquite Baum Platz geschaffen. Die suessen Schoten sind sehr beliebtes Viehfutter. Die Bohnen passieren unbeschaedigt das Magen- und Darmsystem der Tiere um dann weit und breit wieder ausgeschieden zu werden. Der natuerliche Einfluss von Trockenheit und Erosion, verbunden mit der Anwesenheit von Tieren, haben den groessten Teil der Steppe zerstoert und gleichzeitig aber Lebensraum fuer den Mesquite Baum geschaffen. Mit dem Verlust des Graslandes wurde die Erosion beschleunigt; Quellen sind vertrocknet und ehemaliger sandiger, weicher Boden in den Taelerschluchten (ehemals Farmland) wurde ausgewaschen und hinterliess eine weitverstreute Felsgesteinslandschaft. In weniger als einem Jahrhundert hat die Wueste einen drastischen Wechsel erfahren, dessen Auswirkung wir erst jetzt zu realisieren beginnen.

4- SOTOL. Aus dieser Pflanze gewinnt man Matten, Sandalen, grobe Stricke und andere haushaltliche Dinge, die aus den schmalen Blaettern hergestellt werden. Die jungen Bluetenstengel des Sotol sind essbar, wenn man sie roestet. Man fand eine Menge tiefer, mit Steinen eingefasste Ausbuchtungen, die als Feuerstellen in diesem Gebeit dienten.

5- LICHENS (Liekens). Die gruenen und orange farbenen Flecke, die aussehen wie Farbe auf einem Stein, sind sogenannte Lichens, eine Pflanze, die in einer Symbiose aus Alge und Pilz zusammenlebt.

6- OCOTILLO (Oh-ko-TEE-yo). Diese dornige Pflanze, die uebrigens kein Kaktus ist, gehoert zur Familie des sogenannten Candlewood. Am Ende jeden Zweiges hat sie sehr schoene orange rote Blueten, die im Fruehling weit in die Landschaft hinein leuchten. Voegel, wie Orioles, Hummingbirds und Bumblebees moegen ganz besonders gern den Nektar der Ocotillo Bluete. So wie beim Palo Verde Baum fallen die Blaetter von den Stielen ab, um Feuchtigkeit zu konservieren, waehrend die gruene Rinde das Minimum an Nahrung produziert. Nur innerhalb weniger Tage mit heftigen Regenfaellen bringt der Ocotillo eine voellig neue Serie von Blaettern hervor, die ihm genuegend Schatten bieten, sobald der Boden auszutrocknen beginnt. Die Pflanze kann waehrend einer einzigen Wachstumsperiode ein halbes Dutzend Mal neue Blaetter hervortreiben.

7- YUCCA. Diese sehr nuetzliche Pflanze konnte fuer viele Dinge verwendet werden. Das Blaettermaterial ergibt sehr starke Faeden, aus denen Matten, Kordel, Bindfaden, Sandalen, Netze und Stricke hergestellt werden koennen. Die Knospen, Blueten, Fruechte, Stiele und Samen sind essbar. Die Wurzeln enthalten Saponin, ein Seifenextrakt, das fuer die Medizin genutzt werden kann oder aus dem man Seife bzw. ein ausgezeichnet Haarwaschmittel gewinnt. Die scharfen Blattspitzen eignen sich besonders fuer sehr gute Pfrieme.

8- TEDDYBAER CHOLLA. Stellen Sie sich vor, was dieser Kaktus anrichtete, als die nur spaerlich bekleideten Salado Indianer auf der Suche nach Nahrung durch die Wueste jagten. Die nadelfeinen Dornen dieser Kaktee brechen sehr leicht ab und haften an ihrem Opfer bei der nur leichtesten Beruehrung. Fast hat es den Anschein, als ob sie auf das Opfer zuspringen wuerden. Daher auch der Beiname “springender Kaktus”. Die Dornen des Cholla Kaktus dringen sehr tief in die Haut ein und sind sehr schmerzhaft zu entfernen - darum denken Sie daran, diejenigen, die auf dem Pfad verbleiben, kommen mit diesem Kaktus nicht in Beruehrung. Der laermende Zaunkoenig nutzt den Cholla als Brutstaette und die Waldratte traegt die Enden des Cholla heim, um ihre Erdhoehle damit zu verbarrikadieren.

9- DER ANBAU. Wenn Sie nach oben schauen, koennen Sie an der unteren Kante des Felsens eine 1,5 m breite, von Menschenhand gebaute Mauer erkennen. Oberhalb dieser Mauer befand sich einmal ein Dorf, das Dorf der Salado Indianer. Es entstand zur gleichen Zeit wie die unteren Ruinen, die Sie um die Ecke sehen; und wahrscheinlich wurde diese Behausung wegen Ueberbevoelkerung angebaut. Aus Mauerresten und Moertel aus Raumfundamenten hat man geschlossen, dass es ungefaehr ein Dutzend Raeume in diesem Anbau gegeben haben muss. Da die Nische sehr flach war und nur ein kleines Schutzdach bildete, wurde sie vor langer Zeit durch Witterungseinfluss zerstoert. Was man vom Pfad aus sieht, ist alles, was noch vorhanden geblieben ist.

10- DER ZEMENTIERTE FELS. Dieser Gesteinsbrocken brach vom Felsen ab und rollte hierher. Der Querschnitt gibt die geologische Erklaerung: Geborstener, sogenannter Dripping Spring Formation Stein, d.h. groesstenteils aus Quartzstein bestehend, der bedeckt wurde mit einer Schicht Kalkstein; Wasser, das durch den Kalkstein hindurchsickerte, loeste das Material im Laufe der Zeit auf, das daraufhin wiederum weitersickerte durch den zerbrochenen Felsstein, dann trocknete und die zerbrochenen Stuecke allmaehlich zusammenfuegte wie hier an diesem Gestein sichtbar ist.

11- ENTSTEHUNG DER HOEHLE. Unter dem zertruemmerten Quartzfels befand sich eine Schicht weichen Lehmgesteins. Regen und durchsickernde Feuchtigkeit loesten das Lehmgestein auf und schwemmten die stuetzende Unterlage unter dem Quartzgestein hinweg, das daraufhin vom Felsen losbrach. Ganz allmaehlich vergroesserte sich die Hoehlenoeffnung durch natuerliche Erosion so wie wir sie heute sehen. Als die Salados hier eintrafen, um einen geschuetzten Ort zu finden, stiessen sie auf diesen natuerlich entstandenen Hohlraum, der etwa 15 m tief, 12 m hoch und 26 m lang ist und versehen war mit saemtlichem Baumaterial, das sie benoetigten.

12- UNTERGESCHOSSRAEUME. Ausserhalb und unter der Hoehle gab es 3 oder 4 Parterreraeume, wahrscheinlich identisch mit denen in der Hoehle und im Anbau. Das Hoehlendorf selbst enthielt etwa 20 Raeume, die genaue Anzahl ist unbekannt, da Raeume an der Frontseite der Behausung durch Witterungseinfluss zerstoert wurden. Zusammen mit dem Anbau, den Parterreraeumen und dem Hoehlendorf gab es hier ca. 40 Zimmer bzw. Haeuser. Es ist schwer zu schaetzen, wie hoch die Bevoelkerungszahl zu jener Zeit war; wahrscheinlich jedoch belief sie sich auf etwa 40 - 60 Personen, die vor langer Zeit hier lebten.

13- DER URSPRUENGLICHE EINGANG. Ueber Ihnen befindet sich ein V-foermiger Einschnitt, der hoechstwahrscheinlich der einzige urspruengliche Eingang zum Dorf war. Eine Leiter auf dem Dach des Untergeschosstraktes fuehrte zu der Passage darueber, wo die Felsen sichtbar abgenutzt sind. Wenn die Indianer ihr Dorftor schliessen wollten, zogen sie einfach die Leiter ein.

Die Kinder der Salado Indianer kannten die Gefahr der mit sehr lockerem Gestein befestigten Wege, im Gegensatz zu unseren Kindern von heute. Sorgen Sie bitte fuer deren Sicherheit und dafuer, dass sie auf den Pfaden bleiben. Das Verlassen der gekennzeichneten Wege fuehrt nur zu unnoetigen Verletzungen.

Wenn Sie auf der modernen Treppe nach oben gehen, beachten Sie die verbliebene Mauer; sie ist wahrscheinlich sehr der urspruenglichen aehnlich. Das Dorf dehnte sich einst aus bis zu dieser Mauer und hatte Raeume, die diesen offenen Freiraum, den Sie hier an der Frontseite der Hoehle sehen, unterteilten. Die Originalraeume und Mauern jedoch wurden im Laufe der Zeit vernichtet.

14- DIE HISTORISCHE SZENE. Wenn Sie sich 700 Jahre zurueckversetzen, dann stellen Sie sich diesen herrlichen Blick vor, den man von dort aus hatte. Keine Ueberleitungen oder Strassen versperrten die Sicht und die Atmosphaere war rein und ohne jegliche Verschmutzung. Dieser spektakulaere Blick ueber das gesamte Tal des Salt River stellte einen ausgezeichneten Verteidigungspunkt dar. Wir wissen nicht, wer oder was die Salados in die hoeheren Gebiete trieb. Dieses Dorf jedoch und andere mehr scheinen wie Festungen gebaut zu sein. Nur weniges laesst hier auf Kaempfe schliessen.

Da die Ruinen vom Tal aus sehr leicht zu erkennen sind, waren sie in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wahrscheinlich sehr schnell von Farmern entdeckt. Der erste schriftliche Nachweis der Tonto Ruinen erschien 1883 zu einer Zeit, da sie bereits gut bekannt waren.

Die Felsenbehausung liegt oberhalb des Tales, in dem die Salado Indianer ihre Aecker bestellten, zu denen sie ca. 300 m hinabsteigen und ca. 3.5 bis 8 km gehen mussten. Die ehemaligen Bewaesserungskanaele, die die Salados bauten, um ihre Maisfelder zu bewaessern, wurden noch vorgefunden bis etwa um 1911 der Roosevelt See das Tal ueberflutete. Es war keineswegs ungewoehnlich fuer einen Pueblo Farmer (Pueblo bedeutet Staedtebauer) teilweise mehr als 8 km zurueckzulegen, um die Ernte einzubringen. Der noch heute existierende Stamm der Hopi Indianer, sehr moderne entfernte Verwandte der alten Salados, legten oft 30 km zu ihren Feldern zurueck.

15- ZWEIGESCHOSSIGE RAEUME. Die Westmauer dieses zweigeschossigen Raumes ist eine der wenigen, die bis an die Hoehlendecke reichte. Die 3 Balken markieren die Decke des Raumes im ersten Geschoss und 2 Balken hoeher oben die des zweiten Geschosses. Die meisten Raeume hatten eine 90 cm hohe Bruestungsmauer um das Dach herum, die einen sicheren Platz im Freien fuer Arbeit und Spiel gewaerleistete. Die schmale Oeffnung in der Mauer im zweiten Geschoss vermittelt den Blick auf den urspruenglichen Eingang. Dies mag darauf schliessen lassen, dass es sich hier um ein festungssicheres Dorf handelte, das in Kriegszeiten erbaut wurde.

16- DIE EINGANGSHALLE. Wenn Sie lange genug hier verweilen, koennten Sie wahrscheinlich in Ihrer Vorstellung die Indianermaenner sehen, wie sie zu frueheren Zeiten die geernteten Maiskolben vom Feld heimbrachten oder irgendwelches Wild von der Jagd; wie Frauen schwere Behaelter mit Wasser aus der Quelle in der Felsschlucht ihre aelteren Geschwister feierlich die Arbeit der Erwachsenen nachahmten.

Der dachlose kleine Raum zu Ihrer Rechten ist ein gutes Beispiel fuer die Art und Weise, wie die Salados die natuerliche Hoehle nutzten: Sie bauten hier einfach eine geschwungene Mauer quer durch eine natuerlich vorhandene Oeffnung und schufen dadurch einen kleinen Raum, der offensichtlich als Kueche benutzt wurde. So nimmt man jedenfalls an, denn man fand vom Rauch geschwaerzte Waende und mehrere Feuerstellen. Jene Staemme schufen viele ihrer Eingaenge in der Form eines halben T’s, wie man hier sieht. Diese Bauart vermied starken Durchzug und man hatte gleichzeitig einen Vorsprung in der Maueroeffnung, an dem man sich festhalten konnte, wenn man in gebueckter Haltung durch die Tuer hindurchging. Die Saladomaenner hatten eine durchschnittliche Koepergroesse von 1.70 m und die Frauen waren etwa 1.50 m gross. Sie hatten also die gleichen Schwierigkeiten durch die Tuer hindurchzukommen wie wir sie heute haetten.

17- TEILDACH. Dieser grosse Raum zeigt die Bautechnik der Salado Indianer in der Errichtung von Daechern. Mauern aus Stein und Lehm wurden jeweils 60 cm hoch gebaut bis sie eine Hoehe von insgesamt 1.80 m erreicht hatten. In der Mitte wurde ein Stuetzbalken errichtet, der den Hauptdachbalken stuetzte. Die kleineren Dachbalken lagen auf dem Hauptbalken und wurden bedeckt mit verschiedenen Schichten von Riedgras, ausgetrocknetem Gerippe des Saguaro Kaktus oder kleinen Aesten. Zuoberst kam dann eine dicke Lehmschicht, die tief genug war, um eine flache Feuerstelle ohne Gefahr in die oberen Geschosse einzubauen.

18- FLURE. Das Dorf wurde natuerlich nicht auf einmal gebaut. In verschlossenen Eingaengen, an Mauerpfeilern und Fluren hat man Konstruktionen entdeckt, die aus unterschiedlichen Zeitepochen datieren. Von diesen Fluren aus konnte man drei Reihen von Parterreraeumen erreichen; ebenso dienten sie wahrscheinlich als zusaetzliche Lagerraeume.

19- DER URSPRUENGLICHE RAUM. Schauen Sie dort hinein und stellen Sie sich vor, wie dunkel und stickig diese Raeume waren. Groesstenteils waren die Parterreraeume im hinteren Teil der Hoehle nur als Lagerraeume gedacht, da sie dunkel und nur schlecht zu belueften waren. Leitern ermoeglichten den Zugang zu verschiedenen Etagen im Dorf, aber auch manchmal gab es nur Dachluken wie Sie sie hier in diesem Raum sehen. Er wurde so restauriert wie er hoechstwahrscheinlich einmal aussah.

20- DIE BENUTZUNG DER EINZELEN RAEUME. Waehrend der Ausgrabungsarbeiten in diesem Dorf, wurde ein Kinderleichnahm in der Ecke dieses Raumes gefunden. Die Sterberate bei Kindern war sehr hoch zu jener Zeit und Babies begrub man traditionsgemaess in Ecken innerhalb der Haeuser. Dies war Teil der Kultur der Pueblo Indianer bis vor nicht allzu langer Zeit. Erwachsene wurden gewoehnlich unter dem lockeren Felsgestein vor dem Dorf begraben oder in Raeumen belassen, die man dann nicht mehr benutzte. Ausserdem dienten einige der Terrassen vor den Felsenwohnungen als Grabstaetten. Hier an dieser Stelle hat man allerdings niemals solche Terrassen oder Friedhoefe gefunden.

Obwohl diese Raeume hier, verglichen mit unserem Standard sehr klein erscheinen moegen, waren sie fuer die Beduerfnisse der Salados absolut ausreichend. Fuer damalige Verhaeltnisse waren diese Raeume sogar bemerkenswert gross, wenn man Vergleiche mit anderen Felsenwohnungen anstellt.

Da das Klima sehr mild ist, verbrachte man die meiste Zeit auf Daechern oder ausserhalb der Heimstaetten. Die Unterkuenfte waren hauptsaechlich gedacht als Schlafstaetten, Lagerraeume, Winterschutz und Kochstellen. Die Einrichtung beschraenkte sich auf das Notwendigste, und das bestand aus irdenen Behaeltern, Koerben, Ersatzwerkzeug, einem Schleif- bzw. Mahlstein und einer Feuerstelle sowie Matten zum Sitzen und Schlafen und eine Leiter zu den oberen Raeumen. Webstuehle, auf denen die kunstvollen Baumwolltextilien angefertigt wurden, befanden sich offensichtlich draussen, da man keine Ueberreste innerhalb der Haeuser gefunden hat.

21- DER URSPRUENGLICHE LEHMBODEN. Alle Boeden im Dorf waren einst sehr weich. Sie erhielten meist eine Lehmschicht, wie hier zu sehen ist. Durch starke Benutzung ueber die vergangenen Jahre hinweg wurde der urspruengliche Boden in allen Raeumen, mit Ausnahme dieses hier, vernichtet. Bitte betreten Sie diesen Boden nicht, damit er noch lange erhalten bleibt.

Im hinteren Teil des Raumes vermischt sich der Lehmboden mit dem natuerlich vorhandenen Fundament. Da der Hoehlenboden so unregelmaessig war, mussten die Indianer stuetzende Mauern errichten und entsprechend ausfuellen, um einen ebenen Wohnplatz zu schaffen. Man verteilte eine Schicht nassen Lehms, die, wenn sie trocken war, einen weichen ebenen Boden hinterliess.

Schauen Sie sich die kleine mit Lehm eingefasste Feuerstelle in der Mitte des Raumes an. Sie ist nur ungefaehr 15 cm tief und 13 cm im Durchmesser, war aber eine durchaus ausreichende Heiz- und Kochstelle.

22- DIE VOM RAUCH GESCHWAERTZE MAUER. Genauso wie wir im Fruehling Hausputz halten, so verputzten die Salado Frauen regelmaessig ihre kleinen Haeuser mit Lehm. Kochdunst und Rauch aus den offenen Feuerstellen schwaerzten im Laufe des Jahres die Waende, und man kann noch heute Hunderte von Fingerabdruecken sehen, die die Indianerfrauen hinterliessen, als sie mit den Haenden feuchten Lehm auf die Waende verteilten.

23- METATE UND MANO (me-TAH-te). Diese spanischen Woerter stehen fuer Steingeraete, die zum Zermahlen von getrocknetem Mais, Samenkoernern, Schoten des Mesquite Baumes, Bohnen des Palo Verde Baumes und anderer Nahrungsmittel dienten. Der kleine handliche Stein ist der Mano. Es ist unbekannt, wie die Salados diese Hauptkuechengeraete nannten, da ihre verlorengegangene Sprache nicht schriftlich niedergelegt ist.

Denken Sie an die vielen harten Arbeitsstunden, die die tiefen durch Reibung entstandenen Einbuchtungen in diesem harten Stein erkennen lassen. Versuchen Sie es selbst: Knieen Sie nieder und reiben Sie den Mano hin und her ueber die Oberflaeche des Metate. Stellen Sie sich vor, Sie muessten dies tagtaeglich viele Stunden tun. Sehen Sie den zerbrochenen Metate, der als Baustein benutzt wurde? Er ist oberhalb der verschlossenen Tuer zu Ihrer Rechten, etwas unterhalb des Stuetzbalkens zu sehen.

24- DER OFFENE RAUM. Dieser Raum wurde nicht mit einem Dach bedeckt, da die Hoehlendecke ausreichenden Schutz gewaehrte. Der Platz wurde wahrscheinlich als gemeinschaftliche Arbeitsstelle benutzt, da er genuegend Licht und Belueftung erhielt und im uebrigen vor der brennenden Sommersonne geschuetzt war. In dem einer Bank aehnlichen Grundstein kann man zwei Mahlsteine fuer Korn, d.h. Moerser, erkennen, die im Laufe der Zeit mit dem Boden verschmolzen sind.

Durch die Andenkenlust frueherer Besucher konnte man leider bei der wissenschaftlichen Ausgrabung des Dorfes keinen Hinweis auf die urspruengliche Benutzung einiger der grossen Raeume im Dorf mehr finden. Man nimmt an, das sie als Versammlungsplatz oder fuer Zeremonielle zwecke dienten. Die Religion der Pueblo Indianer von heute ist bedeutender Bestandteil saemtlicher Phasen des taeglichen Lebens und diese alten Pueblos waren zweifellos in gleichem Masse religioes.

DIE GESCHICHTE DER SALADOS

Vor tausend Jahren kamen die ersten Salados in dieses Tal, und zwar etwa um 900 n.Chr. aus dem noerdlichen Teil des Flusslaufes des Kleinen Colorados. Obgleich unbekannt ist, wie sie sich selbst nannten, entstand ihr heutiger Name spaeter hier. Salado in spanischer Sprache bedeutet salzig. Dies bezieht sich auf den Salt River bzw. Salzfluss, in dessen Naehe diese Indianer lebten.

Als die Salado zunaechst das Becken des Roosevelt Sees erreichten, liessen sie sich in den Taelern nieder, entlang des Ufers des Salt River. Dort naemlich konnten sie sehr leicht ihre Felder bewaessern. Das Gebiet mag zwar sehr ungastlich erscheinen, jedoch ist der Flusslauf sehr verlaesslich und Wasser ist hier ein aeusserst kostbares Produkt im kargen Suedwesten. Die unterschiedlichen Hoehenlagen in unmittelbarer Naehe schaffen in verschiedenen Klimazonen Lebensraum fuer allerei Pflanzen und Tiere. In einem Gebiet von ca. 25 qkm findet man Ponderosa Pinien und Juniper.

Die Salado Indianer erfreuten sich innerhalb mehrerer Jahrhunderte eines bequemen Lebens. Sie hatten genuegend Zeit zur Fertigung von kunstvoll dekorierten Toepferarbeiten und Ornamenten, wundervoll gewobenen und gestickten Baumwolltextilien und zweifellos entwickelten sie sehr kuenstlerische religioese Zeremonien und Riten.

Etwa um 1200 n.Chr. jedoch aenderten sich die Zeiten und das Leben wurde zunehmend schwierig. Es ist moeglich, dass sich die Quellen durch Ueberbevoelkerung erschoepften, vielleicht wurden aber auch ploetzlich auftretende Zivilisationskrankheiten verbreitet oder aber bedrohten feindliche Maechte von ausserhalb die hier lebenden Staemme. Bis heute blieb unbekannt, warum die Indianer im fruehen 13. Jahrhundert ihre Doerfer in hoehere Gegenden verlegten und sich schliesslich in Hoehlen und geschuetzte Verteidigungstaetten mit ungestoerter Sicht ueber die Taeler zurueckzogen.

Unueberbrueckbare Lebensbedingungen blieben bestehen und aus Gruenden, die unbekannt sind, wurde das Leben schliesslich hier unmoeglich. Wohin sie gingen, warum sie ihre Doerfer verliessen und wo sie ihren endgueltigen Wohnraum schafften, wurde niemals ergruendet. Seit dem fruehen 14. Jahrhundert jedoch ist der Stamm der Salado Indianer aus dem Tal des Salt River fuer immer verschwunden.

Cactus Patch Trail

25- SAGUARO. Dieser gigantische Kaktus ist der Koenig der Sonorawueste und nur dort zu finden. Er bringt eine wunderschoene weisse Bluete zum Vorschein, die dazu auserkoren wurde, die Staatsblume von Arizona zu sein. Seine grellrote Frucht ist essbar. Der Kaktus wird bis zu 15 m hoch und sogar hoeher und hat eine Lebenszeit von 200 Jahren. Nach einem heftigen Regenfall kann der Kaktus mehrere Tonnen wiegen. Seine Wurzeln sind sehr flach und nicht tiefer als 90 cm unter der Erdoberflaeche. Dadurch absorbiert der Boden in kuerzester Zeit Feuchtigkeit. Die Aussenflaeche des Kaktus ist faltig und gleicht einem Akkordion. Er dehnt sich aus, sobald das innere Fruchtfleisch mit dem angesogenen Wasser anschwillt.

Die vielen Loecher, die man im Saguaro Kaktus sieht, stammen vom sogenannten Gila Woodpecker (Spechtart), der jedes Jahr ein halbes Dutzend oder sogar mehr Nester baut. Andere Vogelarten, besonders die Elfeule, ein Zwergenvogel, der nur 15 cm gross wird, bewohnen die Nester des Woodpeckers, nachdem er sie verlassen hat, da dieser kleine Vogel selbst nicht in der Lage ist, ein Nest zu bauen.

26- Der FASSKAKTUS. Obwohl der Fasskaktus eine sagenumwobene Lebensrettungsquelle fuer Wasser in der Wueste ist, kann man sich nicht unbedingt auf ihn verlassen. Die Menge der sehr bitteren Fluessigkeit haengt sehr von der Menge und der Zeit der Regenfaelle ab.

Der Fasskaktus war fuer die Indianer nicht sehr nutzbringend und seine Fruechte ungeniessbar. Trotzdem fand man mehrere Fingerringe, die aus den gebogenen roten Dornen entstanden, in den Felsenbehausungen. Spaetere Indianerstaemme stellten oft Kochtoepfe aus dem Kaktus her, und zwar schnitten sie die Spitze ab, entfernten einiges vom inneren Fruchtfleisch, fuellten Nahrung hinein und stellten diesen sogenannten Kochtopf dann in die Mitte einer von Steinen umgebenen Kochstelle.

27- HEDGEHOG Kaktus. Der erste Kaktus, der im Fruehling blueht; die grossen Blueten dieser vielkoepfigen Pflanze muessen ein Willkommenszeichen fuer die Salado Indianer gewesen sein, denn sie kennzeichneten eine erleichternde Abwechslung in der monotonen Winterdiaet der Trockenfruechte.

28- TESAJO (Tess-AH-hoe). Kleine essbare, tomatenrote Fruechte, die im November/Dezember reif sind, gaben diesem kleinen Cholla Kaktus (CHOY-ya) den Beinamen Weihnachtskaktus.

29- CHOLLA. Die Bluetenknospen vieler Cholla Typen sind essbar. Die Pima Indianer, ein moderner Indianerstamm von Farmern, die in der Naehe von Phoenix leben, daempfen die Knospen zum Beispiel als Gemuese. Ausserdem nisten zahlreiche Voegel in diesem Kaktus.

30- JOJOBA (Ho-HO-ba). Diese Pflanze konserviert Feuchtigkeit in ihren, mit dickem Wachs ueberzogenen Blaettern. Die grosse oelige Frucht des Jojobas, die etwa so gross ist wie eine Erdnuss und auch in der Form sehr aehnlich, kann man roh oder getrocknet essen. Fruehe Siedler verwerteten die Frucht als Kaffeersatz und gaben dem Strauch den Beinamen Kaffeebeere (coffeeberry). Ausserdem ist die Pflanze ein sehr wichtiges Nahrungsmittel fuer Wild.
Glorieta Battlefield  

Did You Know?
At the Battle of Glorieta Pass the Confederate plans were thwarted when the Union troops burned their supply wagons at Johnson’s Ranch. The Confederate had planned to go north into the gold mines of Colorado and continue west to gain control of seaports in California

Last Updated: November 26, 2006 at 12:57 EST