• Lower Cliff Dwelling

    Tonto

    National Monument Arizona

Lower Cliff Dwelling floorplan - German

Lower Cliff Dwelling map

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DIE UNTEREN FELSENANSIEDLUNGEN DES TONTO NATIONAL MONUMENT

Vor ca. 1000 Jahren war der heutige Südwesten ein Schmelztiegel verschiedener Indianerkulturen. Aus diesem reichen Kulturgemisch kam eine Gruppe mit eigenständigem Lebensstil, die von Archäologen die Salado-Indianer genannt wurden. Tausende von ihnen lebten im Tonto-Basin. Landwirtschaft war erfolgreich, und die einheimische Vegetation befriedigte ihren Bedarf an Nahrung, Kräutem für Medizin, Ansiedlungen für den Schutz vor Wetter und an Pflanzen, aus denen sie ihre Kleidung woben. Um 1300 n. Chr. begannen sie, die Felsenansiedlungen, die Sie heute hier besichtigen können, zu bauen und zu beziehen.

Um die Felsenansiedlungen für zukünftige Besucher offen zu halten, müssen wir sie beschützen. Deshalb bitten wir jeden Besucher, SICH NICHT AUF DIE ZERBRECHLICHEN WÄNDE ZU SETZEN, ANZULEHNEN ODER SIE ZU BERÜHREN.

Ihr Besuch bei den Felsenansiedlungen wird für Sie ein seltenes und außergewöhnliches Erlebnis sein, denn die Stätte, die wir “die unteren Felsenansiedlungen” nennen, besteht nicht nur aus alten Steinen, dünnen Holzbalken und Lehm. Es ist vielmehr das Skelett einer kleinen Ansiedlung – in dem Menschen geboren wurden, lebten, arbeiteten und starben. Hier spielten vor langer Zeit einmal Kinder, wurden zu Erwaschsenen, liebten und wurden geliebt.

Um einen besseren Einblick in ihre Welt zu bekommen, versuchen Sie einmal, mit Ihren Gedanken 750 Jahre zurückzugehen, als diese Ansiedlung voller Menschen war, die ihren täglichen Arbeiten nachgingen.

De Nummern der oberen Karte zeigen, wie die Ansiedlung aufgeteilt war:

1: Der weite Raum am oberen Rand der Treppe war einmal die Stätte der neuesten Wohnräume dieser Ansiedlung. Wie die Räume an der linken Seite waren sie zweistöckig, aber weniger geschützt und sund im Laufe der Zeit durch Erosion zerfallen.

Die flachen Dächer waren wahrscheinlich Orte, auf denen sich die Dorfältesten, die an Verletzungen oder Arthritis litten, an sonnigen Tagen wärmten. Diese Menschen, etwa zwischen 30 und 40 Jahre alt, waren meistens am Ende ihres harschen Lebens. Andere Einwohner waren ebenfalls auf dem Dach. Männer stellten Werkzeuge her oder woben. Kleinkinder, die durch eine Brüstung am Ende des Daches vor dem Fallen geschützt wurden, spielten.

2: Links treten Sie in den Wohnkomplex, der verblieben ist. In dem zweistöckigen Raum links sehen Sie eine kleine Öffnung in der Wand des 2. Stockes. Von dort konnte man auf einer Leiter den ursprünglichen Eingang zur Ansiedlung beobachten. Öffnungen oben in der Wand zeigen heute noch, wo das Dach war und die Brüstung darüber.

3: Gehen Sie die 5 Stufen der Steintreppe hoch und wenden Sie sich nach links. Die V-förmige Öffnung in der rauhen Wand war der einzige Eingang zu dem Wohnkomplex und auf diese Weise leichter zu verteidigen. Die Bewohner stiegen von außen auf einer Leiter hinauf, oft mit schweren Wassergefäßen oder einer Last von Mais und anderen Nahrungsmitteln auf ihren Schultern.

Die Öffnung rechts neben Ihnen zeigt einen kleinen Raum mit einem halben T, das eine Türöffnung darstellt. Diese Öffnung verhinderte starken Durchzug und bildete eine Leiste, um das Gleichgewicht beim Bücken zu halten, während man durch die Tür ging. Die ursprünglichen Erbauer nutzten eine natürliche Vertiefung in der Höhle, um diesen Raum zu erschaffen, der kein Dach benötigte. Wofür wurde dieser Raum wohl genutzt – zur Lagerung von Nahrungsmitteln oder als Wohnraum?

4: In diesem Raum lebte eine Familie. Typisch sind die dicken Wände aus Steinen und Lehm. Der Hauptbalken am Dach wird von einem zentral aufrechtstehenden Pfosten gestützt. Über dem Dachbalken und im rechten Gesichtswinkel sind kleinere Dachpfosten. Eine Schicht von Saguaro-Rippen (Saguaro ist der riesige Kaktus, den Sie im Park sehen) und ein paar Zentimeter Ton machten das Dach vollständig. Diese stabile Konstruktion bildete den Fußboden für das obere Stockwerk, in dem andere Familien lebten und an offenem Feuer kochten. Die aus Ton verkleidete offene Feuerstelle in diesem Raum befand sich einige Schritte von der Türöffnung. Die Salado-Indianer mussten die Feuerstelle sorgfältig bewachen, um ein Feuer zu vermeiden, das ihre Dächer zerstören konnte. Solche Brände waren nicht ungewöhnlich.

5: Diese Passage zeigt, wie die Ansiedlung wuchs. Sie verlassen gerade den neueren Teil der Ansiedlung, und quer durch die Halle vor uns befindet sich einer der ältesten Räume. Sehen Sie in den Raum und stellen Sie sich vor, in dieser Dunkelheit zu leben. Hier schliefen die Bewohner und lagerten auch Nahrungsmittel. Den größten Teil des Tages verbrachten sie jedoch im Freien an gemeinschlaftlichen Arbeitsplätzen oder auf dem Dach. Beachten Sie die Öffnung, durch die sie auf das Dach gelangten.

Die Erwachsenen waren etwa 150 bis 180 cm groß und mussten sich ebenfalls bücken, um durch diese kleinen Türöffnungen zu kommen. Je kleiner jedoch die Eingänge waren, desto weniger Wärme ging verloren.

6: Als die Salado-Indianer diese Siedlung bezogen, markierte der große Stein den niedrigen Teil der äußeren Wand im diesem Raum. Dieser große Stein war von der Decke der Höhle gefallen. Die Bewohner banden diesen Stein einfach in ihre Architektur mit ein. Als der moderne Mensch diese Ansiedlung entdeckte, war die Türöffnung am hinteren Ende des Raumes blockiert. Da dieser Raum neuer ist als der dahinterliegende, war die Türöffnung wahrscheinlich aufgefüllt, damit die Bewohner etwas zurückgezogen leben konnten.

Sie sehen auch überall in der Siedlung die von Rauch geschwärzten Wände und Decken und wundern sich, wie die Bewohner in diesen muffigen und rauchgefüllten kleinen Räumen leben konnten. Sie waren wahrscheinlich daran gewohnt und begrüßten in Wintemächten die Wärme des Feuers. Wir können aber auch sehen, wo die Bewohner die Wände verputzten. Geschah dies, um die Wände zu stabilisieren oder um die alten, geschwärzten Stellen mit frischem, hellen Lehm zu überdecken? Waren die Fingerabdrücke, die man heute noch in dem Verputz sehen kann, von Männern oder von Frauen, oder halfen ältere Kinder bei dieser Arbeit?

7: Beweise deuten darauf hin, daß die Salado-Indianer auf Matten schliefen; daher war ein ebener und glatter Boden wichtig. In diesem geschlossenen Raum sehen Sie Teile des ursprünglichen Tonbodens. Die Menschen, die hier lebten, säuberten den Boden von Höhlenschutt, füllten ihn dann mit Dreck, um eine ebene Fläche zu bekommen und versiegelten den Boden dann mit Ton. Nach dem Trocknen war die Oberfläche des Bodens hart und eben. Ähnliche Böden befanden sich überall in dieser Siedlung, sind im Laufe der Zeit aber abgetragen oder zerstört worden.

Beachten Sie den mano, den Getreidemühlstein, und metate, die Steinschale. Erwachsene, wahrscheinlich Frauen, verbrachten damit täglich viele Stunden, um Mais und anderes Getreide klein zu mahlen. Abwetzungen von den Steinschalen waren dadurch reichlich in ihrer Nahrung vorhanden, was ihre Zähne schon in jungen Jahren abnutzte. Wahrscheinlich litten die meisten von ihnen unter schmerzhaften, geschwürartigen Zahnfleischentzündungen.

8: Dieser große, offene Raum diente wahrscheinlich als gemeinschaftlicher Arbeitsplatz, als Spielplatz für die Kinder oder wurde auch für Versammlungen genutzt. Frauen trafen sich hier, um Getreide oder Mais zu mahlen (rechts sehen Sie die 2 kreisförmigen Mörserlöcher), kochten, unterhielten sich mit ihren Nachbarn und betreuten spielende Kinder. Die Nischen an der hinteren waren ein guter Platz, um Nahrungsmittel zu lagem.

Man versammelte sich hier auch, um Gemeindeangelegenheiten zu diskutieren, Waren zu handeln, Ideen auszutauschen oder um an Gruppenaktivitäten teilzunehmen. Ebenso wie die heutigen Indianer besaßen die Salado-Indianer wahrscheinlich eine tief verwurzelte Religion, die in alle Phasen ihres täglichen Lebens reichte. So wurde dieser Raum sicher auch für religiöse Funktionen genutzt.

Die Salado-Indianer lebten hier mehr als 100 Jahre. Sie betrieben Handel mit benachbarten Stämmen, reisten, gediehen, und die Bevölkerungszahl stieg. Lange bevor Christopher Colombus nach Amerika kam, sicher um 1450, zerstreuten sich die Salado-Indianer und verließen ihre Ansiedlung in diesem Felsenbecken. Wahrscheinlich wurden sie von anderen Indianerstämmen vertrieben, oder aber Trockenheit ließ sie in fruchtbareren Gegenden ziehen. Da sie keine Schrift hinterließen, sind das alles nur Vermutungen.

Verbreitete Wüstenpflanzen, die von den Salado-Indianern genutzt wurden

Pflanze Verwendeter Teil Verwendung
Yucca Blütenstengel, Knospe Blätterspitze
Blattfaser
Wurzel
Nahrungsmittel
Nähnadel
Kleidung,
Sandalen, Schlafmatten
Seife
Prickly Pear Kaktus große Kaktusscheiben und Frucht Nahrung
Mesquite Bohnenhülse, Samen Nahrung
Saguaro (Riesenkaktus im Park) Frucht
Rippen
Nahrung
Baumaterial für Decken
Agave
Blätter
Herz der Agave
Schnur, Sandalen, Netze
Nahrung


Eine interessante Ausstellung über das Leben der Salado-Indianer – ihre Landwirtschaft, das Jagen, Kleidung und Gewerbe – ist im Visitor Center zu sehen. Wir laden Sie ein, diese Ausstellung zu besichtigen.

Das Tonto National Monument wird vom Nationalen Park Service, U.S. Innenministerium, verwaltet. Kontakt: Superintendent, 26260 N Az Hwy 188 #2, Roosevelt, AZ 85545. Telefon (928) 467-2241. E-mail: TONT_Superintendent@nps.gov

Falls Sie diese Broschüre nicht behalten möchten, geben Sie sie bitte an eine andere Person weiter. Die Broschüre kann auch dem Visitor Center zurückgegeben werden. Vielen Dank.

Did You Know?

artifacts

The inhabitants of the area in and around Tonto National Monument created beautiful pottery and textiles. Many of the artifacts found here are on display in the museum.